Aktuell
NFF 2026 on Tour im September
Im September erwarten uns einige Termine in unserer Reihe “NFF on tour”, u.a. im Kino Krokodil in Berlin und im Sýpka (Kornspeicher) im tschechischen Lemberk. Bei unserem schon traditionellen Gastspiel in Berlin stehen am 19. September der Dokumentarfilm “Kumotry” (Double Trouble) von Emilia Śniegoska und der Vorfilm “Martwe Tango” von Jan Seraphim, der als Publikumsliebling in der Kategorie Kurzfilm beim NFF 2026 ausgezeichnet wurde, auf dem Programm.

Kumotry (Double Trouble)
Dokumentarfilm, Polen/Deutschland 2025, 70 min
Regie: Emilia Śniegoska
Drehbuch: Emilia Śniegoska
Bildgestaltung: Emilia Śniegoska, Ewa Radzewicz
Produktion: Justyna Rutkowska, Łukasz Bluszcz
Montage: Katarzyna Drozdowicz
In einem polnischen Dorf im Nordosten Rumäniens führen Hanka und Bronka ein ruhiges, arbeitsames Leben. Die Ehemänner sind verstorben, die Kinder leben im Ausland. Unzertrennlich und mit unerschütterlichem Humor meistern die beiden Frauen ihren Alltag. Als der Ukraine-Krieg auch in ihre Ruhe und Abgeschiedenheit eindringt, schleicht sich Angst ein, die Kinder sind besorgt. Sollen sie das Dorf und einander verlassen oder bleiben – trotz des Risikos?

Martwe Tango (The Dead Tango)
Kurzfilm, Polen 2025, 16 min
Regie: Jan Seraphim
Drehbuch: Jan Seraphim
Bildgestaltung: Zuzanna Sczyrba
Produktion: Krystyna Doktorowicz
Darsteller*innen: Andrzej Kłak, Karolina Winarska
Stefan ist Leichenbestatter und hört bei der Arbeit gern Musik. Sie macht ihn glücklich und das Leben erträglich. Eines Tages findet er auf einem Trödelmarkt eine Tango-Schallplatte, die Tote auferweckt. Entdeckt Stefan jetzt das Tanzen?
Samstag, 19. September – 20:30 Uhr – Kino Krokodil in Berlin
kino-krokodil.de

Best of SHORTS vom NFF 2026
Kurzfilme, Deutschland/Polen/Tschechien
Eine Auswahl der besten, beliebtesten und spannendsten Kurzfilme aus dem Programm des 23. NFF. Zusehen sind: “Niech Zostanie Bez Tytułu” (Let's leave It Untitled) von Mieszko Chomka - Bester Kurzfilm und Preis der Jugendjury Kurzfilm - “Martwe Tango” (The Dead Tango) von Jan Seraphim - Publikumspreis Kurzfilm - “My Motherland is Checkered” von Polina Prokofeva und “*Padá město, něco si přej” (*Make a Wish as the City Falls) von Eliška Dobnerová - beide Special Mention im Kurzfilmwettbewerb - sowie “Kafirdi” von Yevgeniya Soldatova, “Salziges Karamell” (Salted Caramel) von Mustafa Khalaf, “Immerhin” (At Least) von Olaf Held und Jens Rosemann sowie “Snovník” (Paper Dream) von Laura Boráros…
Niech Zostanie Bez Tytułu (Let's leave It Untitled)
von Mieszko Chomka, PL 2025, 15 min
Neisse Fish: Best Short Film
Neisse Fish: Youth Jury Award Short Film
In einem Videotagebuch teilt ein junger Mann wichtige Momente, die er mit seiner Freundin und seinem Freund in einem Jahr erlebt. Viele Entdeckungen, große Veränderungen aber auch enorme Unsicherheit werden offenbar.
Kafirdi
von Yevgeniya Soldatova, CZ 2025, 13 min
In einer zusammengewürfelten Wohngemeinschaft lebt auch die Geflüchtete Nagriz mit ihrem jüngeren Bruder. Seit kurzem ist sie Masseurin im hauseigenen und illegalen Massage-Salon. Als sie von einem Kunden vergewaltigt wird, kommen ihr alle zu Hilfe, auch Daniel. Aber was jetzt?
*Padá město, něco si přej (*Make a Wish as the City Falls)
von Eliška Dobnerová, CZ 2025, 8 min
Special Mention: Best Short Film
Vier Zeitzeugen erinnern sich an ihr früheres Leben in einer Stadt, die es wegen des Kohlebergbaus – so wie sie einmal war – nicht mehr gibt. Wenn die Heimat zerfällt, was bleibt dann noch übrig?
Salziges Karamell (Salted Caramel)
von Mustafa Khalaf, DE 2025, 19 min
Feys Eltern haben sich getrennt. Zu Besuch beim Vater, wehrt Fey dessen kläglichen Überzeugungsversuche ab, die Mutter zurückzuholen. Und dann erfährt sie auch noch von der drohenden Räumungsklage. Ein Film über das Loslassen, sei es gewollt oder nicht.
Martwe Tango (The Dead Tango)
von Jan Seraphim, PL 2025, 16 min
Neisse Fish: Audience Award Short Film
Stefan ist Leichenbestatter und hört bei der Arbeit gern Musik. Sie macht ihn glücklich und das Leben erträglich. Eines Tages findet er auf einem Trödelmarkt eine Tango-Schallplatte, die Tote auferweckt. Entdeckt Stefan jetzt das Tanzen?
Immerhin (At Least)
von Olaf Held, Jens Rosemann, DE 2025, 3 min
"Da gibt es eine Serie oder so, da rast ein Komet auf die Erde zu und die Menschen haben nur noch sieben Tage Zeit. Immerhin." Oder: Besser als nichts.
My Motherland is Checkered
von Polina Prokofeva, DE 2025, 13 min
Special Mention: Best Short Film
Basierend auf Briefen von Frauen, die aus politischen Gründen lange Haftstrafen in russischen Gefängnissen absitzen, wird in Kombination von 2D-Animation und Theater eindrucksvoll und schonungslos der erlittene Erfahrungsraum von Machtmissbrauch, Schmerz und Unterdrückung geöffnet.
Snovník (Paper Dream)
von Laura Boráros, CZ 2025, 4 min
Wenn die Nachbarn feiern, bleibt der Schlaf schon mal auf der Strecke. Genervt und neugierig zugleich, beschließt ein Mann dem Treiben heimlich auf den Grund zu gehen. Was er sieht, hätte er nicht gedacht.
Freitag, 25. September – 17:17 Uhr – Sýpka (Kornspeicher) Lemberk
sypkalemberk.cz

Mambo Maternica
Spielfilm, Ungarn/Deutschland/Frankreich 2026, 92 min
Regie: Borbála Nagy
Drehbuch: Borbála Nagy
Bildgestaltung: Moritz Friese
Produktion: Petra Iványi, Margarita Amineva-Jester
Montage: László Dunai
Szenenbild: Gréta Melicher
Darsteller*innen: Rozi Székely, Vera Sipos, Orsolya Török-Illyés
Akademie: Deutsche Film- und Fernsehakademie Berlin
In Paris steht Adél vor einer ungewollten Schwangerschaft. In Budapest verheimlicht Nóra, dass sie mit ihrem Mann ein Kind adoptieren will. In Berlin stellt Becky ihre Familie vor vollendete Tatsachen mit ihrem Wunsch nach Alleinerzieherschaft. Drei Frauen Anfang vierzig stehen am Wendepunkt ihres Lebens. Ob Abbruch, Unfruchtbarkeit oder Single-Mutterschaft – ihre scheinbaren Lösungen führen zu noch komplexeren Konflikten. Die Geschichte fragt: Wie frei sind sie wirklich? Werden sie von der Gesellschaft verurteilt – oder ist ihr selbst gebauter Käfig die eigentliche Grenze?
“Mambo Maternica” war beim NFF 2026 in der Reihe “Deutsches Fenster” zu sehen.
Samstag, 26. September – 17:17 Uhr – Sýpka (Kornspeicher) Lemberk
sypkalemberk.cz

Drachen, Sagen und Legenden
DEFA-Trickfilmschätze aus Dresden
Sie könnten im Dreiländereck spielen, die Geschichten mit Rübezahl, dem Wassermann, einem kleinen Drachen und Hans im Glück. Vier Animationsfilme aus Dresden entführen in Welten, die der Natur noch sehr nah sind und voller Zauber, Sagen und Legenden stecken. Kleine Kunstwerke kommen auf die Leinwand: als Silhouetten-, Flachfiguren- oder Puppentrickfilm. Ein Programm des Deutschen Instituts für Animationsfilm für Kinder ab 6 Jahren.
Rübezahl und der Schuster
von Stanislav Látal, DDR/ČSSR 1975, 15 min
Im Riesengebirge lebte einst ein Schuster mit seiner Frau. Doch immer wieder stahl er Dinge und die Frau wusste sich keinen Rat mehr. Da bat sie den guten Berggeist Rübezahl um Hilfe.
Großvaters Summenkessel
von Walter Eckhold, DDR 1987, 16 min
Ein Drachenkind soll bei seinem Großvater zu Kräften kommen, denn der kocht die besten Suppen. Doch die Hexe Krakelia hat den Kessel gestohlen. Das lassen sich die beiden Drachen nicht gefallen.
Hans im Glück
von Marion Rasche, DDR 1990, 8 min
Einen Klumpen Gold erhält Hans für 7 Jahre Arbeit. Auf dem Heimweg tauscht und tauscht er, bis ihm nur noch ein Schleifstein bleibt. Doch der geht verloren − aber ist das wichtig fürs Glücklichsein?
Als es noch Wassermänner gab
von Jan (Johannes) Hempel, DDR 1989, 25 min
Im alten Sorbenland: Der Torfstecher Jan möchte die schöne Hanka zur Frau. In aussichtsloser Lage hilft die Zaubergeige des Wassermanns. Am Ende kann Hochzeit gefeiert werden.
Sonntag, 27. September – 15:15 Uhr – Sýpka (Kornspeicher) Lemberk
sypkalemberk.cz

Sechswochenamt
Spielfilm, Deutschland 2025, 122 min
Regie: Jacqueline Jansen
Drehbuch: Jacqueline Jansen
Bildgestaltung: Markus Ott
Montage: Simon Dopslaf & Jacqueline Jansen
Szenenbild: Sophie Rohm
Darsteller*innen/Protagonist*innen: Magdalena Laubisch, Gerta Gormanns, Lola Klamroth
Nach dem Tod ihrer Mutter kehrt die 25-jährige Lore für sechs Wochen in ihre rheinische Heimat zurück. Sie will den letzten Wunsch der Verstorbenen erfüllen und eine eigene Form des Abschieds finden. Doch die erste Corona-Welle lähmt das öffentliche Leben. Auch in ihrer Familie prallen die Vorstellungen von Trauer aufeinander. Zwischen Isolation, bürokratischen Hürden und dem Verlust des Elternhauses versucht Lore, eine gemeinsame Verabschiedung zu ermöglichen.
“Sechswochenamt” erzählt vom Ausnahmezustand durch menschlichen Verlust, Einsamkeit und von der offenen Frage, wie "richtige" Trauer gelingt. Der Film wurde beim diesjährigen NFF mit dem Hauptpreis – dem Neisse-Fisch: Bester Spielfilm – ausgezeichnet. Die Jury begründete dazu: "Der Film berührt jede Zuschauerin und jeden Zuschauer, weil er von einer zutiefst menschlichen Situation erzählt, die jeden Menschen treffen kann: Was geschieht, wenn wir den Menschen verlieren, den wir am meisten lieben, und mit unserer Trauer allein gelassen werden – mit der Bürokratie, den Aufgaben und der emotionalen Last, die nach dem Verlust eines geliebten Menschen zurückbleiben? Mit großer schauspielerischer Kraft und eindrucksvollen Bildern macht der Film Gefühle sichtbar, für die es oft keine Worte gibt. Die Jury war besonders beeindruckt von der starken Regie, der visuellen Sprache und der Ehrlichkeit, mit der dieser großartige Kinofilm solche Momente erfahrbar macht."
Mittwoch, 30. September – 20:00 Uhr – Steinhaus Bautzen
steinhaus-bautzen.de